Nie wieder an der Vene herumstochern

Wer mag schon Spritzen? Manche Menschen haben eine regelrechte Spritzen-Phobie. Wer gesund ist, wird zum Glück nur selten mit dem Venenpiekser konfrontiert. Leider haben dieses Glück nicht alle. So auch Elias, 12 Jahre alt, der wegen eines genetischen Defekts an Hämophilie A leidet und sich regelmäßig selbst ein spezielles Eiweiß in die Vene spritzen muss. Er hat sich schon lange daran gewöhnt, doch er weiß aus eigener Erfahrung, dass es anfangs sehr schwer ist, mit der Nadel präzise die Vene zu treffen. Diese sind häufig nur schlecht zu sehen und das Spritzen kann so für unerfahrene “Selbstspritzer” buchstäblich ein langwieriges Stechen im Dunkeln sein.

Zusammen mit seiner Schwester Myrijam und deren Freundin Lucie (beide 16) ertüftelte er im Rahmen des nationalen “Jugend forscht”-Wettbewerbs ein Gerät, mit dessen Hilfe sich die Venen unter der Haut ausfindig machen lassen. Zwar gibt es bereits derartige Geräte, sie sind aber zu groß und teuer und damit ungeeignet für den täglichen, flexiblen Gebrauch. Nach fast einem Jahr harter Arbeit war der Venenfinder der Jugendlichen fertig. Sie brachten neun Infrarot-LEDs in einem 3D-gedruckten Rahmen unter und verbanden sie mit einem Smartphone. Mit den LEDs ist es möglich, die Haut zu durchleuchten, während eine eigens programmierte Software das Bild mit den gut sichtbaren Venen dann auf dem Smartphone darstellt.

Die Erfindung der drei jungen Tüftler funktioniert dabei genauso gut wie die teuren medizinischen Geräte von Ärzten – allerdings mit nur rund 100 € zu einem Bruchteil der Kosten. Auf ihrem Blog erklärt die junge Forscherin Myrijam genauer, wie der Venenfinder funktioniert, und sogar, wie man ihn nachbauen kann. Mit dem Venenfinder belegten Elias, Myrijam und Lucie zunächst den ersten Platz im Berliner Jugend forscht-Wettbewerb und konnten deutschlandweit bei den über 5.600 Teilnehmern den vierten Platz für sich gewinnen.

Wir finden, dass das eine beeindruckende Leistung ist und würden das Venenfinder-Gerät gern selbst einmal ausprobieren!


von Debora Pape. 29.06.2017


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