Welt-Thrombose-Tag: Die häufig unterschätzte Krankheit Thrombose!

Mediziner diagnostizieren Jahr für Jahr rund 370.000 Thrombosen (inkl. Thrombophlebitis und Phlebitis). Eine Thrombose kann im unglücklichen Fall zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie führen – 40.000 Menschen sterben jährlich daran. Mehr als an Verkehrsunfällen, Brust- und Prostatakrebs sowie HIV zusammen! Um auf die Gefahren einer Thrombose aufmerksam zu machen, findet am heutigen 13. Oktober zum 5. Mal der Welt-Thrombose-Tag statt.

Jeder kann eine Thrombose entwickeln!

Eine Thrombose ist die Folge eines kleines Blutgerinnsels, das sich meist in den Beinvenen verfängt und diese verstopft. Das kann zu geschwollenen und schmerzenden Beinen führen.

Manchmal löst sich das Blutgerinnsel, der sogenannte Thrombus, wieder und gelangt durch den Blutkreislauf über das Herz bis in die Lunge. Hier verästeln sich die feinen Gefäße immer weiter. In ungünstigen Fällen kann sich der Thrombus hier verfangen und damit die Blutversorgung ganzer Lungenareale unterbinden – es kommt zur akuten Lungenembolie. In diesem Fall gelangt nicht mehr genug Sauerstoff in das Blut und der Patient benötigt sofort medizinische Hilfe.

Blutgerinnsel
Ein Blutgerinnsel ist ein kleiner Brocken geronnenes Blut © Axel Kock / Fotolia

Für eine Thrombose gibt es viele Risikofaktoren. Sie wird durch alles begünstigt, was den Blutfluss beeinträchtigt, also das Blut entweder verdickt und damit die Gerinnungsfähigkeit erhöht oder durch zu langes Sitzen mit angewinkelten Beinen oder Liegen verlangsamt oder staut. Besonders häufig sind daher bettlägerige Menschen betroffen, doch auch bei jungen, aktiven Menschen können sich Blutgerinnsel bilden. Ein bekannter Risikofaktor ist etwa die Anti-Baby-Pille.

Gerade bei jungen, aktiven Menschen rechnet niemand mit dem Auftreten einer Thrombose und die Symptome sind diffus, so dass Betroffene häufig keinen Arzt aufsuchen.

Thrombose und Tumorerkrankungen

Eine Thrombose kann aber auch mit Krebs in Zusammenhang stehen. Darauf weist insbesondere die Deutsche Gesellschaft für Angiologie/Gesellschaft für Gefäßmedizin im Zuge des Welt-Thrombose-Tages 2018 hin. Nicht nur sind krebskranke Patienten von besonders vielen Risikofaktoren betroffen und erkranken daher häufiger an einer Thrombose – umgekehrt kann auch eine Thrombose Hinweis auf eine undiagnostizierte Tumorerkrankung sein. Tumoren steigern die Blut-Gerinnungsfähigkeit und begünstigen daher die Entstehung von Blutgerinnseln.

Deswegen empfiehlt Prof. Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, bei allen Menschen über 50 Jahren mit erkannter Thrombose auch eine Überprüfung auf eine mögliche Krebserkrankung durchzuführen. Rund 20 % aller Thrombosen sollen durch eine Tumorerkrankung ausgelöst werden.

Der heutige Welt-Thrombose-Tag weist daher speziell darauf hin, dass Thrombosen einerseits unterschätzt werden und keine (ausreichende) Behandlung erfolgt, und andererseits, dass bei der Abklärung auch die Ursache dringend ermittelt werden sollte.

Aber ein Gutes hat eine Thrombose: Sorgt sie dafür, dass eine ansonsten unentdeckt bleibende Krebserkrankung erkannt wird, kann sie damit noch deutlich Schlimmeres verhindern!


von Debora Pape. 13.10.2018


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