Phlebographie


Venenleiden sind weiter verbreitet, als man denken mag. Vor allem die Thrombose zählt zu den gefährlichen Erkrankungen, da sie im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie oder zu einem Schlaganfall führen kann. Aber auch die Spätfolgen einer Thrombose, das Postthrombotische Syndrom, kann unangenehm werden. Von daher ist es wichtig, bei begründetem Verdacht eines Venenleidens eine Phlebographie machen zu lassen. Hiermit lassen sich Venen sehr gut untersuchen. Der folgende Text erläutert, was eine Phlebographie ist, wie sie angewendet wird und welche Erkrankungen mit ihrer Hilfe diagnostiziert werden können.

Was ist eine Phlebographie?

Bei einer Phlebographie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode zur Diagnose von Venenkrankheiten. Sie gehört zur Radiologie. Zur besseren Darstellung wird vor dem Röntgen ein Kontrastmittel verabreicht. Es können Armvenen und Beinvenen sowie die Hohlvene des Bauchraums oder Oberkörpers untersucht werden, wobei Letzteres eher seltener der Fall ist. Mithilfe dieses Verfahrens lassen sich die Venen gut darstellen und geben dem Arzt wichtige Hinweise bei der Frage, ob möglicherweise eine Thrombose oder ein anderes Venenleiden vorliegt.

Wofür wird die Phlebographie benötigt?

Die Phlebographie ist in der Lage, die Venen – etwa in Armen oder Beinen – so gut abzubilden, dass Erkrankungen, gefährliche Verläufe oder akute Zustände zu erkennen sind. Diese Untersuchung kann zum Beispiel ergänzend zu Computertomographie oder Sonographie durchgeführt werden, wenn nach diesen Verfahren noch immer Klärungsbedarf herrschen sollte. Der Arzt ist in der Lage, die Venen und deren Verlauf bei einer Phlebographie genau zu erkennen. Auch Verstopfungen und beginnende Embolien können so erkannt werden.

Einsatzgebiete der Phlebographie:

  • Diagnose von Venenerkrankungen
  • Ergänzung zu Computertomografie und Sonographie
  • Kontrolle

Wie läuft eine Phlebographie genau ab?

Der Patient sollte möglichst nüchtern zur Untersuchung erscheinen. Etwa vier Stunden vorher sollte man weder essen noch trinken, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Zudem kann vor der Untersuchung auch ein Fußbad durchgeführt werden, um so die Venen zu erweitern und um einen besseren Zugang legen zu können. Werden zum Beispiel die Beinvenen untersucht, wird ein Kontrastmittel in eine Vene injiziert, welches nach der Untersuchung über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Zusätzlich werden die oberflächlichen Venen über dem Knöchel abgebunden.

Wenn das Kontrastmittel verabreicht wurde, werden Röntgenaufnahmen der Venen aus dem Knie- und Unterschenkelbereich angefertigt. Dank des zuvor gegebenen Kontrastmittels werden die Venen gut dargestellt, so dass der Arzt erkennen kann, ob eine Erkrankung vorliegt oder ob möglicherweise Gefahr droht.

Nach der Untersuchung sollte der Patient sehr viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Dadurch wird der Ausscheidungsvorgang des Kontrastmittels beschleunigt. Nicht nur die Flüssigkeitsaufnahme ist hierfür wichtig, sondern auch das Bewegen des untersuchten Beins oder Arms, damit das Kontrastmittel aus den Gefäßen abtransportiert und ausgeschieden werden kann. Die Untersuchung als solche dauert nicht lange. Etwa fünf bis zehn Minuten müssen dafür eingeplant werden.

Was kann man anhand einer Phlebographie diagnostizieren?

Es gibt eine Reihe von Venenleiden, die mithilfe einer Phlebographie diagnostiziert werden können. An erster Stelle steht natürlich die mitunter sehr gefährliche Thrombose. Sollte sich ein Pfropfen gelöst haben oder kurz davorstehen, kann die Phlebographie helfen, dies rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Aber auch die direkten Folgen einer Thrombose – etwa das Postthrombotische Syndrom – ist mit diesem Verfahren erkennbar. Krampfadern oder Tumore können so ebenfalls lokalisiert werden. Die Untersuchung eignet sich aber nicht nur zur Diagnosestellung bei akuten Beschwerden, sondern auch zur Kontrolle.

Arztsuche

Folgende Diagnosen können mit einer Phlebographie gestellt werden:

  • Thrombose
  • Postthrombotisches Syndrom
  • Krampfadern
  • Tumore

Gänzlich unumstritten ist die Phlebographie allerdings nicht, was nicht zuletzt an der Strahlenbelastung liegt. In der Regel wird eine Doppler-/Duplexsonographie hier bevorzugt.