Postthrombotisches Syndrom


Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, die lebensbedrohlich werden kann, wenn sie nicht erkannt oder falsch behandelt wird. Zum Beispiel können Lungenembolien oder Schlaganfälle als Folge einer Thrombose entstehen, wenn sich ein Blutgerinnsel löst. Diese Erkrankung birgt aber noch weitere Gefahren. Wird eine Thrombose etwa nicht ausreichend behandelt, kann sich das so genannte Postthrombotische Syndrom (PTS) entwickeln. Aber auch dann, wenn die Behandlung einer Thrombose nicht erfolgreich war, kann sich diese Venenschädigung entwickeln. Was genau ein Postthrombotisches Syndrom ist, wie man es erkennt und wie es behandelt werden kann, zeigt der folgende Text.

Was ist ein Postthrombotisches Syndrom und wie entsteht es?

Bei einem PTS handelt es sich um eine dauerhafte Schädigung der Venen, die durch eine Thrombose ausgelöst wird. Dies kann sowohl in den oberen als auch in den unteren Extremitäten der Fall sein. Werden diese Thrombosen nicht erkannt – oder bleibt die Behandlung ohne Erfolg – kann ein PTS entstehen. Es kommt zu einem chronischen Blutstau, der durch Narbengewebe in den Gefäßen ausgelöst wird. Hiervon können auch die Venenklappen betroffen sein, in deren unteren Bereich das Blut zurückfließt. Der Blutstau kann die Gefäße dauerhaft und schwer schädigen. Bis zu 50 Prozent der Patienten, die an einer Thrombose leiden oder litten, erkranken an einem Postthrombotischen Syndrom.

Arztsuche

Das PTS kann in verschiedene Stadien eingeteilt werden. Der Patient kann zunächst nur eine Ödemneigung entwickeln, anschließend verhärten sich diese Ödeme. In der Folge kommt es zu Pigmentveränderungen der Haut und im Extremfall zu einer Ulcus cruris, die umgangssprachlich auch als offenes Bein bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine schlecht heilende, geschwürartige Wunde, die darüber hinaus einen Nährboden für Keime liefern kann.

Welche Symptome treten bei einem Postthrombotischen Syndrom auf?

Die Symptome können bei einem Postthrombotischen Syndrom vielfältig sein. So kann es zum Beispiel zu Schmerzen in den Armen oder zu Schmerzen in den Beinen kommen. Nicht selten handelt es sich hierbei um Spannungsschmerzen. Zudem kann sich in den betroffenen Bereichen ein Schweregefühl einstellen. Wassereinlagerungen sowie Krampfadern können ebenfalls die Symptome eines PTS sein. Die Krampfadern entstehen dadurch, dass das Blut aufgrund der geschädigten Gefäße durch andere Kanäle fließen muss und dafür auch die oberflächlichen, feineren Venen nutzt. Dies zeigt sich dann durch die Bildung von Krampfadern.

Ein weiteres Symptom – und auch die direkte Folge eines Postthrombotischen Syndroms – ist die Bildung eines Unterschenkelgeschwürs. Das bereits erwähnte Ulcus cruris bezeichnet man auch als offenes Bein. Es entsteht durch den Blutstau, der das Gewebe schädigt und so zu dieser sehr schlecht heilenden, mitunter auch nässenden Wunde führen kann.

Folgende Symptome können bei einem PTS auftreten:

  • Schmerzen in Armen und Beinen
  • Spannungsgefühl
  • Wassereinlagerungen
  • Pigmentveränderungen der Haut
  • Ulcus cruris, auch „offenes Bein“ genannt

Wie wird ein Postthrombotisches Syndrom festgestellt?

Wenn vorab eine Thrombose vorlag, ist die Diagnose eines PTS nicht immer leicht. Manchmal wird erst durch die Diagnose eines PTS deutlich, dass der Patient überhaupt an einer möglicherweise unerkannten Thrombose gelitten hat. Es gibt verschiedene Methoden, um ein Postthrombotisches Syndrom festzustellen. So besteht die Möglichkeit einer Ultraschalluntersuchung. Hier kommt die Duplex-/Dopplersonografie zum Einsatz. Sie ist im Gegensatz zur herkömmlichen Sonografie in der Lage, Gefäße und deren Defekte sowie den Blutfluss als akustisches Signal oder als Ultraschallbild darzustellen.

Diese Methode wird auch genutzt, um andere Gefäßerkrankungen, etwa der Halsschlagader, zu erkennen. Auch eine Phlebografie kann helfen, ein PTS zu erkennen. Hierbei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel. Bei dieser Untersuchung können sowohl die typischen Umgehungsgefäße als auch die Venenklappen gut dargestellt werden. Diese Diagnosemethode findet allerdings im Gegensatz zur Sonografie immer weniger Anwendung.

 

Phlebographie mit Thrombose.jpg
Von HellerhoffEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8304911

Wie wird ein Postthrombotisches Syndrom behandelt?

Die Symptome, die der Patient verspürt, sind maßgeblich für die Therapie. Kompression lautet hierbei das Stichwort. Es stehen für den Patienten spezielle Kompressionsstrümpfe und Kompressionsverbände zur Verfügung. Die Strümpfe werden von geschultem Personal in Sanitätshäusern perfekt und passgenau ausgemessen. Grundsätzlich gilt: Je schlimmer die Beschwerden, desto höher sollte die Kompressionsstufe sein. Prophylaktisch können Stützstrümpfe eingesetzt werden. Sie verbessern zwar die Durchblutung, können aber im Vergleich mit speziellen Kompressionsstrümpfen keinen gleichwertigen Druck aufbauen.

Arztsuche

Neben der Kompression kann auch eine fachmännisch durchgeführte Lymphdrainage Linderung verschaffen. Diese kann dabei helfen, das Lymphsystem anzuregen und Ödeme zu reduzieren. Wer an einem Postthrombotischen Syndrom leidet, der sollte auf jeden Fall einen Spezialisten – etwa einen Gefäßchirurgen oder Phlebologen – aufsuchen. Er kann die Symptome deuten, eine Diagnose stellen und die richtige Therapie in die Wege leiten.