Thrombose


Definition: Was ist eine Thrombose?

Die Thrombose kennzeichnet sich durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß. Dieses Gerinnsel tritt meistens in den Venen auf und kann den Organismus an allen Stellen des Körpers befallen. Der häufigste Sammlungspunkt thrombotischer Blutpfropfen liegt allerdings in den Beinen.

In besonders schweren Fällen löst sich der Blutpfropfen auf und gelangt über das Herz in die Lungengefäße. Dort kann sich durch das verklumpte Blut ein Verschluss bilden, der eine Lungenembolie hervorruft. Eine Lungenembolie ist lebensbedrohlich.

Thrombosen ereilen Frauen prinzipiell häufiger als Männer. Frauen sind besonders in jüngeren Jahren häufiger betroffen. Die Diskrepanz im Hinblick auf das Geschlecht verschwindet jedoch mit zunehmendem Alter.

Wer eine Thrombose erleidet, muss in den folgenden Jahren sehr sorgfältig auf die Wiederkehr bekannter Symptome achten. Künftige Thrombosen werden durch das erstmalige Auftreten der Erkrankung begünstigt.

Ursachen einer Thrombose

Thrombotische Zustände können akut durch drei verschiedene Ursachen erzeugt werden. Diese Zustände werden nach ihrem Entdecker Rudolf Virchow unter dem Begriff Virchow-Trias zusammengefasst.

Eine Thrombose entsteht meistens durch ein Ungleichgewicht der blutverdünnenden und blutverdickenden Substanzen im Blut. Wird der Einfluss blutverdickender Substanzen zu groß, ist auch die Gefahr groß, dass das Blut zunehmend gerinnt. Im Normalfall besteht eine Balance der gegeneinander arbeitenden Mechanismen, doch oftmals sorgt eine durch Veranlagung oder Lebenswandel hervorgerufene Neigung dafür, dass das Gleichgewicht verschoben wird.

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In einem anderen Fall trägt eine Schädigung der Gefäßwand dazu bei, dass eine Thrombose entstehen kann. Zumeist durch eine Arteriosklerose hervorgerufen, lagern sich verdickende Substanzen an den Wänden arterieller Gefäße an. Diese Ablagerungen (Plaques) können aufbrechen und eine Blutgerinnung bewirken.

Eine dritte Ursache findet sich in einem verlangsamten Blutfluss. Dieser fördert den blutgerinnenden Mechanismus im Blut und sorgt mit der Zeit dafür, dass das Blut immer stärker an der Zirkulation gehindert wird. Schließlich lagern sich auch in diesem Fall Blutgerinnsel an, die die Gefäße verstopfen und eine Thrombose verursachen.

Thrombose Schema

Risikofaktoren für eine Thrombose

Die größte Gefahr, an einer Thrombose zu erkranken, geht von der Thrombophilie aus. So nennt man die Neigung des Organismus, schneller als andere Organismen an Blutgerinnseln zu leiden. Thrombophilie kann durch Primärerkrankungen wie Krebs verursacht werden, aber auch im Rahmen einer genetischen Erbanlage zur Ausprägung kommen. Thrombophile-Organismen kennzeichnen sich durch einen langsameren Blutfluss und eine Blutzusammensetzung, die blutverdickende Mechanismen begünstigt.

Die bekannteste erblich bedingte Art der Thrombophilie wird durch eine sogenannte APC-Resistenz ausgelöst. Dieser Fehler im genetischen Material liegt bei etwa 5% der Bevölkerung vor. Die APC-Resistenz kann durch äußere Einflüsse wie beispielsweise hormonelle Mittel (unter anderem durch die Pille) noch verstärkt werden und die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose erhöhen.

Aber nicht nur die genetische Veranlagung führt eine Thrombose herbei. Viele Risikofaktoren lassen sich angeben. Raucher leiden häufiger an Thrombosen, weil Schadstoffe die Gefäßwände zerstören. Ebenso gefährlich für die Beschaffenheit der Gefäßwände ist ein intravenöser Konsum von Rauschgift. Der individuelle Lebenswandel beeinträchtigt das Risiko von Thrombosen in einem erheblichen Maße. So erleiden Übergewichtige und sportlich Inaktive wesentlich öfter eine Thrombose als Menschen mit einem vitalen Bewegungsrhythmus. Die Störungen in der Durchblutung, die von schlechter Ernährung und Bewegungsmangel herrühren, fördern die Anhäufung von Ablagerungen und verdicken das Blut.

Weitere Risikofaktoren:

  • Infektionskrankheiten
  • eine Schwangerschaft und die Zeit nach der Entbindung
  • stumpfe Verletzungen
  • Bluterkrankungen
  • Flüssigkeitsmangel
  • Anfälligkeit für Krampfadern

Prävention einer Thrombose

Das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, lässt sich minimieren. Insbesondere durch einen gesunden, natürlichen Lebensstil wird die Gefahr einer Thrombose gesenkt. Mit ausreichend Bewegung und einer bewussten Ernährung kann dem Risiko von Blutgerinnseln entgegengearbeitet werden, indem der Blutfluss angekurbelt und die Zusammensetzung des Blutes in einem Gleichgewicht gehalten wird.

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Zur Prävention von Thrombosen eignen sich Ausdauersportarten besonders gut. Wenn der Körper konstant in Bewegung gehalten wird, z.B. beim Joggen, Nordic Walking oder Fahrrad fahren, neigt das Blut weniger dazu, zu verklumpen und zu verdicken. Außerdem gibt es spezielle Übungen der Venengymnastik, die die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose reduzieren. Menschen mit einer Veranlagung für Thrombosen in den tiefen Beinvenen sollten auf Sportarten verzichten, die mit intervallartiger Bewegung verbunden sind. Häufige Stopps und anschließende Explosivbewegungen (z.B. beim Kraftsport oder in der Leichtathletik) sind kontraproduktiv und erhöhen das Risiko einer Thrombose sogar.

Es ist zudem von äußerster Wichtigkeit, auf den eigenen Körper zu hören und Symptome schnellstmöglich zu erkennen. Die Gefahr, die von einer Thrombose ausgeht, steigt mit jedem Moment, in dem das Krankheitsbild noch nicht diagnostiziert ist.

 

Frau beim Joggen

 

Symptome einer Thrombose

Das deutlichste Symptom einer Thrombose ist eine Schwellung oder Färbung der Haut. Blutgerinnsel weiten das Gewebe, das sie umgibt, und machen sich häufig durch Erhebungen bemerkbar. Besonders in den Beinen ist eine deutliche Schwellung üblich. Abhängig von der Position der Thrombose kann es aber auch sein, dass keine äußere Symptomatik erkennbar ist. Sollten Sie keine Schwellung an Ihrem Körper vorfinden, ist dies immer noch kein Beweis dafür, dass Sie keine Thrombose haben.

Weitere Symptome sind:

  • Temperaturanstieg im Bereich der Thrombose
  • plötzliche Schmerzen (v.a. solche, die bei Belastung stärker werden; häufig bessern sich die Schmerzen, wenn das Bein hochgelegt wird)
  • Spannungsgefühl an der betroffenen Stelle
  • Druckschmerz an der inneren Fußsohle
  • exponierte Venen (Warnvenen, die durch eine besondere Schwellung auffallen)
  • ziehende Schmerzen, die an einen Muskelkater erinnern

Behandlung einer Thrombose

Bei einer Thrombose ist eine frühzeitige Diagnose von enormer Bedeutung, da sich schwerwiegende Folgeerkrankungen daraus entwickeln können. Eine Thrombose kann zum einen eine anhaltende Venenschwäche herbeiführen, durch die weitere Thromboseerkrankungen in Zukunft begünstigt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Blutpfropfen bei Nichtbehandlung in die Blutgefäße der Lunge transportiert werden und dort die Lungenaktivität blockieren. Die sogenannte Lungenembolie ist lebensgefährlich und nur schwer behandelbar.

Umso bedeutender ist demnach auch eine gewissenhafte Behandlung des Krankheitsbildes. Bei einer Venenthrombose muss das Bein oder der Arm hochgelagert und geschont werden. Der behandelnde Arzt verabreicht dem Patienten in der Regel gerinnungshemmende Medikamente, die weiteren Gerinnseln vorbeugen und den Blutstau verhindern. Ebenfalls verbreitet sind gerinnungsauflösende Medikamente. Diese kurbeln den Blutfluss an und lösen aktiv die Ablagerungen an den Gefäßwänden. Diese Behandlungsmethode ist jedoch riskant. Durch den gesteigerten Blutfluss birgt sie die Gefahr schwerwiegender innerer Blutungen.

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In Verbindung mit einer medikamentösen Behandlung wird eine Kompressionstherapie eingesetzt. Bei dieser wird das betroffene Körperteil durch einen Kompressionsverband eingeschlossen, der eine fortwährende Weitung der Venen unterbinden soll. So wirkt er auch für die Zukunft präventiv und hilft dem Körper dabei, einen normalen Blutstrom aufrechtzuerhalten. Folglich lagern sich keine Blutsäcke mehr im Gewebe an, sodass das Blut den gewohnten Weg nehmen kann und nicht im Fluss gestört wird. Die Kompressionstherapie muss möglichst früh begonnen werden, um bestmögliche Resultate zu erzielen.