Endovenöse Lasertherapie (EVLT)


Als endovenöse Lasertherapie, kurz EVLT, wird ein minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Krampfadern bezeichnet. Sie dient als Alternative zu einer Operation.

Was ist die endovenöse Lasertherapie (EVLT)?

Bei der endovenösen Lasertherapie, kurz EVLT oder auch endovenöse Laserablation (EVLA) genannt, handelt es sich um ein minimal-invasives Verfahren. Die EVLT stellt eine Alternative zur operativen Therapie von Venenerkrankungen dar. Das bedeutet, dass die Krampfadern (Varizen) ohne einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Stattdessen greift der Arzt auf einen Laser zurück, mit dem er das Venenleiden von innen behandelt.

Wann wird die endovenöse Lasertherapie eingesetzt?

Die endovenöse Lasertherapie dient der Behandlung von Krampfadern. Allein in Deutschland liegt bei 20 bis 25 Prozent aller Frauen sowie bei 10 bis 15 Prozent aller Männer ein solches sichtbares Venenleiden vor.

Arztsuche

In früheren Jahren war es üblich, Krampfadern auf chirurgische Weise zu behandeln. Dabei galt die Methode des Strippings als Goldstandard. Bei diesem Verfahren nimmt der Chirurg einen 4 bis 6 Zentimeter langen Hautschnitt im Leistenbereich vor und entfernt mithilfe einer Sonde die oberflächliche Stammvene (Vena saphena magna).

Seit 1998 besteht auch die Möglichkeit, Krampfadern mit der Energie eines Lasers zu therapieren. Ein Schnitt an der Leiste ist dabei nicht erforderlich. Stattdessen setzt der Arzt Laserimpulse zur Behandlung ein, wodurch sich die betroffene Vene verschließen lässt. Ihre Entfernung ist nicht notwendig.

Nachgewiesene Wirksamkeit der EVLT

Die positive Wirkung der EVLT konnte durch mehrere europäische und amerikanische Studien belegt werden. Nach einem Zeitraum von drei Jahren kommt es bei lediglich 3 Prozent aller Patienten zu einer erneuten Öffnung der behandelten Vene. Dadurch übertrifft die Erfolgsrate der EVLA sogar die der Stripping-Methode. Darüber hinaus lassen sich erneut auftretende Krampfadern nach einer Stripping-Operation oder gering ausgeprägte Varizen erfolgreich mit einem Laser behandeln.

Die Entwicklung der endovenösen Laserablation fand 2001 in den USA statt. Seit 2002 kommt sie auch in Deutschland zur Anwendung.

Ablauf der endovenösen Lasertherapie

Das Prinzip der endovenösen Lasertherapie besteht in der Bildung von Dampfblasen, die die Blutzellen zerstören. Dabei wird ein Laserlichtleiter mit Hitzeweiterleitung in die Stammvene eingeführt. Dieser bewirkt durch die Hitze eine Schädigung der Veneninnenwand, wodurch sich die Vene einige Tage später verschließt.

Über eine körperferne Punktion der Stammvene führt der Arzt die Lasersonde über oder unter dem Kniegelenk des Patienten ein. Bei diesem Vorgehen dringt die Sonde in das tiefe Venensystem bis zur Einmündung der Stammvene vor. Anschließend wird die Lasersonde wieder langsam zurückgezogen, wobei sie eine Hitze von ca. 70 Grad Celsius abgibt und die Innenwand der Vene gezielt schädigt.

Arztsuche

Für die Kontrolle der endovenösen Lasertherapie verwendet der Arzt Ultraschall. Über einen Katheter lässt sich der Venenlaser, der eine Stärke von 2 bis 3 Millimetern aufweist, in den Körper einlassen.

Im Anschluss an die EVLT kommt es zum Verkleben der Vene, was zu ihrem Verschluss führt. Gleichzeitig wird einem krankhaften venösen Blutrückfluss entgegengewirkt. Zunächst erfolgt die Verhärtung der behandelten Vene. Nach einigen Monaten hat sich die Vene dann vollständig zurückgebildet, sodass ihr Umbau in Bindegewebe stattfindet.

Nach der Behandlung mittels EVLT

Die endovenöse Laserablation zählt zu den ambulanten Verfahren. Es wird lediglich eine örtliche Betäubung verabreicht. Daher kann der Patient nach der Behandlung der Vene seinen gewohnten Tätigkeiten wieder nachgehen. Die endovenöse Lasertherapie nimmt in der Regel 45 Minuten in Anspruch. Schmerzen sind dabei kaum zu befürchten.

Im Anschluss an die EVLA muss der Patient für ca. 24 Stunden einen speziellen Kompressionsverband anlegen. Außerdem wird empfohlen, noch etwa 14 Tage einen Kompressionsstrumpf zu tragen.

Welche Vor- und Nachteile hat die endovenöse Lasertherapie?

Die endovenöse Lasertherapie bietet dem Patienten mehrere Vorteile. So handelt es sich bei der EVLT um einen minimal-invasiven Eingriff, der beinahe schmerzfrei verläuft. Bettruhe braucht der Patient nicht einzuhalten. Im Unterschied zur Stripping-Operation ist die Erholungspause deutlich kürzer, sodass sich die Arbeitsunfähigkeit auf wenige Tage beschränkt. Weil es keine Operationswunde gibt, leidet der Patient nicht unter postoperativen Schmerzen und Blutergüssen. Schon zwei Wochen nach dem Eingriff kann er wieder sportliche Aktivitäten ausüben. Darüber hinaus fällt das kosmetische Ergebnis nach der EVLT besser aus als beim Stripping.

Arztsuche

Ein Nachteil besteht darin, dass nach der EVLA verstärkt Venenentzündungen oder Venenthrombosen sowie eine Perforation der Venenwand vorkommen können. Nicht durchführen lässt sich die Methode, wenn eine ausgeprägte Schlängelung oder Erweiterung der Venen besteht.

Welche Komplikationen und Nebenwirkungen sind bei der EVLA möglich?

Das Komplikationsrisiko bei einer endovenösen Lasertherapie gilt als gering. In manchen Fällen drohen jedoch Gefühlsstörungen, Verfärbungen der Haut, Venenthrombosen oder Blutergüsse. Darüber hinaus sind stärkere Schmerzen im Bereich der verschlossenen Vene möglich.