Endovenöse Therapie


Bei Beschwerden in den Beinvenen können verschiedene Therapieverfahren zum Einsatz kommen. Eine Form der Therapie ist das Stripping, d.h. die operative Entfernung von Venensträngen. Eine schonende Alternative, die sich auch ambulant durchführen lässt, bietet die endovenöse Therapie. Hier werden die Krampfadern minimal-invasiv von innen entfernt.

Was sind die wichtigsten endovenösen Verfahren?

Zu den wichtigsten endovenösen Verfahren gehören die:

  • Segmentale Radiofrequenztherapie
  • Endovenöse Lasertherapie (EVLT)
  • RFITT (radiofrequenzinduzierte Thermotherapie)
  • VNUS-Closure-Fast Radiowellentherapie
  • Therapie mit Heißdampf
  • Mechano-chemische Ablation (MOCA)
  • Behandlung mit Venenkleber
  • Verödung (Flüssigverödung und Schaumverödung)

Diese endovenösen Therapien lassen sich in thermische und nicht-thermische Verfahren unterteilen. Zu den thermischen Verfahren, die mit Hitze arbeiten, gehören neben der segmentalen Radiofrequenztherapie und der RFITT auch die endovenöse Lasertherapie (EVLT), die Radiowellentherapie und die Therapie mit Heißdampf. Dementsprechend sind die mechano-chemische Ablation, der Venenkleber und die Verödung den nicht-thermischen Verfahren zuzuordnen.

Die einzelnen Verfahren der endovenösen Therapie

Segmentale Radiofrequenztherapie

Bei der segmentalen Radiofrequenztherapie kommen Radiowellen zum Einsatz, die die krankhafte Vene durch die entstehende Wärme schädigen sollen. Hierzu wird die Haut zunächst minimal aufgeschnitten. Anschließend wird eine Sonde in der betroffenen Vene platziert. Diese bringt die Radiowellen-Energie zur Venenwand. Die Radiowellen erhitzen die Venenwand auf mehr als 100 °Celsius und verschließen sie somit. Beim Zurückziehen der Sonde wird die Krampfader schlussendlich geschrumpft.

Arztsuche

Endovenöse Lasertherapie (EVLT)

Auch bei der endovenösen Lasertherapie (EVLT) erfolgt zunächst eine kleine Punktion des Unterschenkels. Darüber wird ein Venenlaser in die Krampfader eingeführt. Dieser erwärmt die Venenwand und schädigt sie. Durch die anschließende Verklebung verschließt sich die Vene, sodass der Rückfluss des Blutes verhindert wird. Einige Monate nach der Behandlung baut der Körper die verschlossene Vene ab oder wandelt sie in Bindegewebe um.

RFITT (radiofrequenzinduzierte Thermotherapie)

Auch bei der RFITT werden die betroffenen Venen mithilfe von Wärme verschlossen. Die Hitze wird bei diesem Verfahren durch Radiofrequenz-Energie erzeugt.

VNUS-Closure-Fast Radiowellentherapie

Beim VNUS Closure Verfahren zur Varizenentfernung erfolgt ebenfalls eine Venenwanderhitzung mit entsprechender Schädigung des Gewebes. Die kollagenen Fasern ziehen sich daraufhin zusammen und verschließen die Vene. Die Venenwand verdickt sich und wird anschließend bindegewebig umgewandelt. Folglich ist der krankhafte Rückfluss des Blutes gestoppt.

Heißdampf

Bei der Heißdampfabtragung wird über einen Katheter steriler Wasserdampf in kurzen Impulsen in die Vene abgegeben. Ähnlich wie bei den anderen thermischen endovenösen Verfahren nimmt die Gefäßwand durch die Hitze Schaden und es kommt zu einer Schrumpfung bzw. zum Abbau der Krampfader.

Mechano-chemische Ablation (MOCA)

Zu Beginn der MOCA führt der behandelnde Arzt einen Katheter über einen minimalinvasiven Schnitt in die Krampfader ein. Aus diesem Kathetersystem kann ein rotierender Draht ausgefahren werden, welcher sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute um seine eigene Achse dreht. Die starke mechanische Reizung durch den Draht schädigt die Venenwand. Zusätzlich erfolgt eine kontinuierliche Abgabe eines Sklerosierungsmittels, das ebenfalls zum Untergang der Vene beiträgt.

Arztsuche

Venenkleber

Beim Venenkleber wird die Vene mit einem speziellen Kleber von innen über einen Spezialkatheter verklebt. Durch die Verklebung ist kein Blutfluss mehr möglich.

Verödung

Bei der Venenverödung (Sklerosierung) kann zwischen einer Flüssig- und einer Schaumverödung unterschieden werden. Mithilfe eines flüssigen Verödungsmittels wird bei der Flüssigsklerosierung der Blutfluss in der betroffenen Vene unterbrochen. Die Vene verschließt sich und wird dann langsam vom Körper abgebaut. Eine Alternative insbesondere für dickere Venen bietet die Behandlung mit Schaum. Hier wird das Verödungsmittel zunächst mit Raumluft zu einem Schaum verarbeitet und dann genau wie bei der Flüssigverödung verwendet.

Vorteile der endovenösen Verfahren gegenüber dem Stripping

Die endovenösen Verfahren bieten gegenüber dem klassischen Venenstripping mehrere Vorteile. Zum einen kann die Behandlung ambulant in der Praxis des behandelnden Arztes durchgeführt werden. Es ist kein Klinikaufenthalt nötig. Die Patienten sind nach dem Eingriff nur kurz oder überhaupt nicht arbeitsunfähig.

Zum anderen reicht zur Betäubung aufgrund der Minimalinvasivität eine Lokalanästhesie aus. Bei der klassischen Stripping-OP ist hingegen meist eine Teil- und in einigen Fällen sogar eine Vollnarkose erforderlich. Eine Narkose birgt immer Risiken wie Herz-Kreislauf- oder Beatmungsprobleme. Bei einem lokalanästhetischen Eingriff treten diese Komplikationen in der Regel nicht auf.

Arztsuche

Im Vergleich zur Stripping-OP ist zudem die Behandlungsdauer kürzer. Ferner berichten die Patienten nach einem endovenösen Eingriff seltener über Schmerzen als operierte Venenpatienten. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen ist normalerweise nur für wenige Tage erforderlich. Nach einer Stripping-OP müssen die Strümpfe zur Kompression bis zu sechs Wochen getragen werden.