Radiofrequenzinduzierte Thermotherapie (RFITT)


Bei der radiofrequenzinduzierten Thermotherapie, kurz RFITT, handelt es sich um ein Radiowellenverfahren zur Behandlung von Krampfadern. Die betroffene Vene wird beim RFITT-Verfahren über eine Sonde, die einen Wechselstrom über die Venenwand erzeugt, verschlossen. Dabei wird eine Temperatur zwischen 80-100 Grad erreicht.

Was ist die radiofrequenzinduzierte Thermotherapie und wann wird sie angewendet?

Die radiofrequenzinduzierte Thermotherapie (RFITT) entspricht einem thermischen Verfahren zur Behandlung von Besenreisern und Krampfadern. Der dauerhafte Verschluss der krankhaften Venen ist dabei das Ziel der Therapie. Aber nicht nur bei Venenleiden, sondern auch zur Behandlung der Nasenmuscheln, des Gaumens, des Zungengrunds oder der Gaumenmandeln findet die RFITT-Methode Einsatz und richtet sich in diesem Kontext vor allem an Schnarcher. Im Zusammenhang mit Venenleiden überzeugt die Radiofrequenzinduzierte Thermotherapie im Vergleich zu anderen Krampfaderbehandlungen dadurch, dass auf eine operative Entfernung der Vene verzichtet werden kann.

Bei der Therapie gibt der Arzt über eine Spezialsonde kontrollierte Radiofrequenz-Energie in die Wände der betroffenen Vene ab. Diese Hitzeeinwirkung schädigt das behandelte Gefäß, so dass es in der Folge zu einer Verödung der Vene kommt, an die sich der komplette Verschluss der Krampfader anschließt. Nach dem Verschluss verwandelt sich die einstige Vene in Bindegewebe. Der Körper baut das behandelte Areal daraufhin ab.

Arztsuche

Unterschiedliche Methoden können beim RFITT-Verfahren zum Einsatz kommen. Ein modernes Verfahren stellt dabei die Celon-Methode der Firma Olympus dar. Eine permanente Widerstandsmessung innerhalb des Gewebes regelt und kontrolliert bei der Methode nach Celon die Abgabe von Strom.

Wie läuft das RFITT-Verfahren nach Celon ab?

Die Venenbehandlung mittels RFITT-Methode erfolgt ambulant. An eine ausführliche Anamnese schließt sich eine genaue Einschätzung und Darstellung der Krampfadern mittels Ultraschall an. Vor der Behandlung mit radiofrequenzinduzierter Thermotherapie klärt der behandelnde Arzt den Patienten über alle Risiken und den genauen Ablauf der Methode auf. Am Tag des Eingriffs zeichnet er auf Basis der Ultraschallbildgebung die Vene am stehenden Patienten an. Das RFITT-Verfahren nach Celon-Methode erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert insgesamt rund eine Stunde.

Nach der lokalen Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels punktiert der Operateur bei dem minimalinvasiven Eingriff das betroffene Gewebe. Bei dieser Stichinzision mittels bipolarer Stichelektrode entsteht eine winzige Öffnung, durch die die Elektrode eindringt. Die eingebrachte Elektrode schickt gezielten Radiofrequenzstrom in das Gewebe. Der abgegebene Strom erwärmt das Areal und führt eine umschriebene Gerinnung (Koagulation) herbei. Nach der Celon-Methode erfolgt während des Eingriffs eine Widerstandsermittlung, um die kontrollierte und gezielte Abgabe von Strom zu gewährleisten. Während der Therapie sorgt die kontinuierliche Messung dafür, dass die Einwirkzeit, Energiestärke und Position optimal abgestimmt sind. Schädigungen der umgebenden Gewebe werden durch ein akustisches Impendanzsignal verhindert, das bei drohenden Ungenauigkeiten Alarm gibt.

Die behandelte Vene verödet im Verlauf der Behandlung thermisch und zieht sich bis zum vollständigen Verschluss zusammen. Die Zellflüssigkeit verdunstet und die Vene ist danach dauerhaft verschlossen. Der krankhafte Blutrückfluss durch die einstige Krampfader wird dadurch langfristig verhindert. Am Eingriffsende verschließt der Arzt die Stichinzision mittels Wundkleber. Nach der Behandlung erhalten die Patienten einen festen Druckverband im Sinne eines Kompressionsverbands, der für die Folgewochen die gerinnungslose Blutbewegung im behandelten Areal sicherstellt.

Was sind die Vor- und Nachteile der RFITT-Methode?

Die radiofrequenzinduzierte Thermotherapie entspricht einem minimalinvasiven Verfahren. Als solches bietet die RFITT-Methode Patienten im Vergleich zu offenen Operationen zahlreiche Vorteile bei der Therapie von Krampfadern. Dazu gehören:

  • weniger Risiken dank Lokalbetäubung
  • weniger Belastungen des Herzkreislaufsystems
  • ambulante Durchführbarkeit
  • geringe Ausfallzeit durch schnelle Rehabilitation
  • kosmetisch gute Ergebnisses dank Schnitt- und Narbenfreiheit

Die patientenfreundliche Alternative zu klassischen Krampfaderoperationen wie dem Stripping kann trotz der Vorteile auch mit Nachteilen verbunden sein. Dazu zählen in erster Linie temporäre Verfärbungen im Behandlungsbereich. Diese Verfärbungen bleiben bestehen, bis der Körper des Patienten die verödeten Adern abgebaut hat. Außerdem übernehmen nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Therapie, was finanzielle Nachteile bedeuten kann.

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Welche Komplikationen und Nebenwirkungen hat die RFITT-Methode?

Das RFITT-Verfahren wird seit den 80er Jahren erprobt. Speziell die radiofrequenzinduzierte Thermotherapie nach Celon-Methode hat sich seitdem als ein Standardeingriff der thermischen Therapie etabliert. Verglichen mit anderen Methoden ist der Eingriff im Kontext von Besenreisern und Krampfadern mit wenigen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Nichtsdestotrotz bestehen bei dem minimalinvasiven Verfahren wie bei jedem anderen Eingriff im Einzelfall Komplikationsrisiken wie:

  • Überempfindlichkeiten und Verhärtungen von größeren Venen
  • Neuentstehung von Krampfadern in den umliegenden Venen
  • Entzündungen oder Infektionen im Behandlungsareal
  • Kreislaufzusammenbruch aufgrund von Betäubungsmittelallergie
  • Verbrennungen der Hautoberfläche
  • Bildung von Blutgerinnseln
  • bleibende Nervenlähmungen

Die genannten Komplikationen sind mit der Celon-Methode extrem unwahrscheinlich. Verbreitetere Nebenwirkungen sind dagegen Schwindel, Juckreiz oder Übelkeit durch Überreaktionen auf das Betäubungsmittel. Auch temporäre Gefühlsstörungen oder vorübergehende Schmerzen zählen zu den verbreiteteren Nebenwirkungen.