Sklerosierung


Sklerosierung ist ein chemisches Verfahren, das dem Veröden von Venen – aber auch Gewebe – dient. Hauptsächlich kommt die Sklerosierung bei der Behandlung von Krampfadern und Hämorrhoiden zum Einsatz.

Bei der sogenannten subchondralen Sklerosierung handelt es sich allerdings um eine Verdichtung unterhalb des Gelenkknorpels, die auf einen Gelenkverschleiß (Arthrose) hindeutet.

Krampfadern und Hämorrhoiden

Viele Menschen leiden unter Krampfadern und Hämorrhoiden. Während Krampfadern in erster Linie ein kosmetisches Problem sind, wird über das Thema Hämorrhoiden kaum gesprochen. Es gibt allerdings ein chemisches Verfahren, um die Gefäße mit einem speziellen Medikament zu veröden.

Venenprobleme sind ein weit verbreitetes Phänomen. Nahezu jede zweite Frau leidet im fortgeschrittenen Alter unter Krampfadern. Im medizinischen Bereich werden Krampfadern auch als Varizen bezeichnet. Hierbei handelt es sich um erweiterte Venen, die sich im Laufe der Zeit netzartig ausbreiten können. Im Anfangsstadium sind Krampfadern landläufig als Besenreiser bekannt, die bevorzugt in den Kniekehlen oder an den Oberschenkeln entstehen. Werden Besenreiser nicht rechtzeitig behandelt, bilden sich Krampfadern, die unter der Haut deutlich hervortreten. Auch ist die Afterregion von Krampfadern betroffen. In diesem Fall spricht man allerdings von Hämorrhoiden.

Arztsuche

Krampfadern

Da Frauen ein schwaches Bindegewebe besitzen, leiden sie wesentlich häufiger unter Krampfadern als Männer. Bei Besenreisern handelt es sich um blaue oder violette Verästelungen, die durch die Haut schimmern. In erster Linie sind es Menschen mit sitzenden Tätigkeiten, die unter Besenreisern leiden. Durch die fehlende Bewegung und sitzende Tätigkeit werden die Venenklappen, die das Blut zum Herzen zurückpumpen, in ihrer Funktion beeinträchtigt. Krampfadern machen sich durch

  • ein Anschwellen der Beine und Knöchel
  • müde und schwere Beine
  • Schmerzen (insbesondere nach langem Stehen & Sitzen)

bemerkbar. Die Symptome treten vor allem in den Abendstunden sowie kurz vor der Menstruation auf.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind erweiterte Blutgefäße, die in der Nähe des Afters entstehen. Im äußersten Darmabschnitt liegt ein ringförmiges Gewebepolster, das gut durchblutet ist. Dieses Geflecht hat die Aufgabe, den After zu verschließen. Es fungiert wie ein Schwellkörper, der sich nach dem Stuhlgang mit Blut füllt. Sind die Polster knotenartig vergrößert (meist durch starkes Pressen), können sie

  • einen starken Juckreiz
  • Schmerzen
  • Blutungen

verursachen.

Hämorrhoiden und Krampfadern werden heutzutage verödet. Die Behandlung erfolgt mit einem speziellen Medikament (Sklerosierungsmittel), das unter die Haut gespritzt wird. Diese Therapie wird auch als Sklerosierung oder Sklerotherapie bezeichnet.

Verödung von Besenreisern, Krampfadern & Hämorrhoiden

Sobald die Venen Probleme bereiten und Krampfadern oder Hämorrhoiden sich bemerkbar machen, scheuen sich die meisten Patienten davor, einen Arzt aufzusuchen. Dabei ist die Behandlung mitunter sogar notwendig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Eine der wirksamsten Therapien ist die sogenannte Sklerosierung. Die Therapie erfolgt mit einem spezifischen Verödungsmittel, das unter die Haut gespritzt wird. Dieses Medikament ruft eine Entzündungsreaktion hervor, die später zu einer Verklebung (Verengung) der geschädigten Vene führt. Das einstige Blutgefäß verwandelt sich schließlich in einen bindegewebigen Strang, der allerdings ohne Funktion ist.

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Neben der gewöhnlichen Injektion gibt es in der Phlebologie eine weitere Möglichkeit, um Venen erfolgreich zu veröden. Diese Therapie wird als Schaumsklerosierung bezeichnet. Bei der Schaumsklerosierung wird das Sklerosierungsmittel mit Luft vermischt, bevor es ebenfalls unter die Haut gespritzt wird.

Wann wird eine Sklerosierung durchgeführt?

In erster Linie wendet man die Methode bei oberflächlichen Besenreisern und Krampfadern an. Vornehmlich sind die Gliedmaßen betroffen, weshalb Patienten über ein Spannungsgefühl in den Beinen sowie über Schmerzen klagen. Für Frauen sind die erweiterten Blutgefäße zudem ein kosmetisches Problem, das sich unbehandelt verschlimmern kann.

Mittlerweile kommt die Sklerosierung nicht nur bei Krampfadern und Hämorrhoiden, sondern auch bei

  • Besenreisern im Gesichtsbereich
  • Ösophagusvarizen (Venenaussackungen in der Speiseröhre)
  • Varikozelen (Venenerweiterungen im Hodensack)

zum Einsatz.

Bei kleineren Krampfadern oder oberflächlichen Besenreisern reicht eine Verödung mit flüssigen Medikamenten aus. Weisen Patienten viele Krampfadern auf, sind mitunter mehrere Sitzungen notwendig. Handelt es sich allerdings um größere Aussackungen der Venen, kann eine Schaumsklerosierung sinnvoll sein. Hierbei vermischt der Arzt das flüssige Medikament mit einer ungefährlichen Menge Luft oder Kohlendioxid, bevor die fertige Mischung injiziert wird.

 

Sklerosierung

 

Was passiert vor, während & nach der Behandlung?

In der Regel wird die Therapie im Liegen durchgeführt. Die Dosis des Sklerosierungsmittels ist vom Körpergewicht des Patienten abhängig. Zuallererst wird die Einstichstelle sorgfältig desinfiziert, bevor der behandelnde Arzt eine winzige Menge Luft unter die Haut spritzt, um das Blut zu verdrängen. Anschließend wird das flüssige Medikament in die Vene injiziert. Dabei muss der Arzt allerdings aufpassen, dass er das Medikament nicht in das umliegende Gewebe spritzt.

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Ähnlich funktioniert die Schaumsklerosierung. Allerdings vermischt der Arzt das Medikament schon vor der Behandlung mit Luft, ehe er das Sklerosierungsmittel in die Vene injiziert. Das Blut wird durch die schaumige Konsistenz des Mittels ebenfalls verdrängt, sodass das Medikament seine Wirkung entfalten kann.

Nach der Sklerosierung wird die Einstichstelle mit einem Wattepolster abgedeckt. Anschließend muss der Patient Kompressionsstrümpfe tragen, die einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe ausüben.

Risiken der Sklerosierung

Zwar gehört die Sklerotherapie zu den Standardtherapien krankhaft veränderter Gefäße, jedoch wird die Behandlung von einigen Risiken begleitet.

Zu den häufigsten Komplikationen zählen:

  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Blutungen durch Verletzung von Gefäßen
  • Verfärbung der Haut
  • irreparable Nervenschäden
  • Wundheilungsstörungen
  • allergische Reaktionen durch Sklerosierungsmittel
  • Wassereinlagerungen
  • Bildung von Blutgerinnseln

Heilungsverlauf – Was müssen Patienten beachten?

Geringfügige Schwellungen, Hautrötungen oder Hautverfärbungen (blaue Flecken) sind nach einer Sklerosierung vollkommen normal. Allerdings sollten Patienten einen Arzt aufsuchen, falls sie unter

  • Fieber
  • Schmerzen
  • starken Hautrötungen und Schwellungen
  • Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Beinen und Füßen
  • einer Blauverfärbung der Zehen

leiden.

Um die Gefahr einer Infektion zu vermeiden, sollten Patienten in der Zeit der Wundheilung auf Sonnenbäder, Sauna- und Solariumbesuche verzichten. Kurzes Duschen ist erlaubt, sofern die Einstichstelle mit einem Pflaster abgedeckt wird.

Sport ist nach einer Sklerosierung äußerst wichtig, um Besenreisern und Krampfadern vorzubeugen. Langes Stehen und Sitzen müssen Patienten unbedingt vermeiden. Die Beine sollten möglichst häufig hochgelagert werden, daneben sorgen Spaziergänge, Nordic Walking und Jogging für eine bessere Durchblutung.

Falls Sie weitere Informationen wünschen, können Sie einen unserer Phlebologiespezialisten kontaktieren, um unbeantwortete Fragen zu klären.