Venenoperationen


Arten von Venenerkrankungen

Zu den am häufigsten vorkommenden Venenerkrankungen gehören Krampfadern, Thrombosen, Venenentzündungen, Besenreiser und offene Beine (Ulcus cruris). Venen sind die Blutgefäße, die das Blut aus den Beinen und Organen des Körpers zurück zum Herzen leiten. Der Transport des Blutes von den Beinen aufwärts ist besonders schwierig, da er entgegen der Schwerkraft erfolgt.

Besenreiser

Besenreiser kommen häufig vor und werden von den meisten Patienten als ästhetisch unschön empfunden. Sie sind jedoch für die Gesundheit in der Regel nicht kritisch.

Die leicht erweiterten, kleinen, oberflächlichen Venen schimmern bläulich oder rötlich durch die Haut hindurch. Patienten mit diesem kosmetischen Problem haben ihre Besenreiser aufgrund einer genetischen Prädisposition oder einer Venenstauung.

Venenthrombosen

Als Venenthrombose bezeichnet der Gefäßspezialist die Verstopfung einer Vene durch einen Thrombus (Blutgerinnsel). Die meisten Thromben bilden sich in den Beinvenen. Die Venenerkrankung ist ausgesprochen gefährlich, da sich der Blutpfropf jederzeit ablösen und an anderer Stelle im Körper einen Gefäßverschluss (Embolie) verursachen kann.

Ursache der Venenthrombose sind Gefäßentzündungen oder eine gestörte Blutgerinnung. Weitere auslösende Faktoren sind hormonelle Veränderungen im weiblichen Körper durch eine Hormonbehandlung (Wechseljahre), die Einnahme der Anti-Baby-Pille und Schwangerschaften.

Arztsuche

Venenentzündung

Bei der Venenentzündung (Phlebitis) ist eine oberflächliche oder tiefer liegende Vene krankhaft verändert. Das zum Herzen führende Blutgefäß ist wegen des darin festsitzenden Blutgerinnsels dicker als die gesunden Venen und lässt sich daher deutlich ertasten.

Eine Phlebitis ist immer ausgesprochen schmerzhaft und sollte möglichst umgehend ärztlich behandelt werden. An der betroffenen Stelle ist die Haut gerötet und heiß.

Ursachen der Venenentzündung sind beispielsweise zu enge Bekleidung, gestautes Blut in den Beinen und eine gestörte Blutgerinnung. Entzündliche Prozesse in den oberflächlichen Venen führen oft zur Bildung von Varizen (Krampfadern).

Venenentzündungen sind auch deshalb problematisch, weil sie oft Blutgerinnsel bilden. Umgekehrt kann eine Thrombose eine Phlebitis verursachen. Die Behandlung der Venenentzündung richtet sich danach, ob tiefe oder unter der Hautoberfläche liegende Blutgefäße davon betroffen sind.

Krampfadern

Krampfadern (Varizen, Varikose, Varicosis) sind krankhaft veränderte, oberflächliche Beinvenen, die sich in Form von knotenartig verdickten und deutlich unter der Haut hervortretenden bläulichen Venen zeigen.

Betroffen sind die große und kleine Rosenvene (Vena saphena magna/parva) und die von ihnen abgehenden Verästelungen. Krampfadern zeigen sich mit bisweilen starken Schmerzen, schweren Beinen und einem Wärmegefühl in den unteren Extremitäten.

Im weiteren Krankheitsverlauf entstehen Ödeme (Schwellungen). Da das Blut in den Varizen gestaut ist, sind die Beine des Patienten mit Nährstoffen und Sauerstoff unterversorgt. Der Abtransport der Schlacken aus dem Gewebe ist ebenfalls eingeschränkt. Daher kommt es zu Hautentzündungen (Ekzemen).

Hauptursache der Varikose ist eine genetisch bedingte Bindegewebsschwäche.

Offenes Bein (Ulcus cruris)

Zu einem Ulcus cruris (Beingeschwür) kommt es immer dann, wenn die Krampfadern durch den im Gewebe herrschenden erhöhten Druck Hautschäden verursachen. Es zeigt sich mit verdicktem Unterschenkel und rötlich und bräunlich verfärbter Haut. Die verhärtete Hautoberfläche bereitet Schmerzen.

Die durch das Geschwür verursachte Wunde ist tief und heilt meist schlecht. Unbehandelt kann ein offenes Bein lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen hervorrufen.

Venenerkrankungen, die eine Operation erfordern

Bei Patienten mit schmerzhaften Krampfadern ist meist ein operativer Eingriff erforderlich. Der behandelnde Arzt hat dafür mehrere Möglichkeiten:

  • Während der Sklerotherapie (Venenverödung) injiziert er einen entzündungsfördernden Schaum in die angeschwollenen Krampfadern. Er verklebt die Gefäßwände. Nach dem medizinischen Eingriff muss der Patient einige Zeit Kompressionsstrümpfe tragen (siehe Abbildung unten).
  • Mithilfe einer über einen kleinen Schnitt in die betroffene Krampfader eingeführten dünnen Lasersonde verschließt der Mediziner die Venenwände. Die Operation erfolgt meist ambulant und unter örtlicher Betäubung. Auch nach der Laser-OP ist eine Kompressionsbehandlung erforderlich.
  • Ähnlich funktioniert die Radiowellentherapie. Sie wird wie die Laser-Therapie bei nicht allzu deutlich ausgeprägten Krampfadern angewendet.

 

Kompressionsstrumpf

 

Auch bei einer Venenthrombose kann in einigen Fällen eine operative Behandlung sinnvoll sein. Hierfür stehen mehrere Verfahren zur Auswahl, darunter der sogenannte Ballonkatheter. Hat sich ein Blutgerinnsel in dem betroffenen Gefäß festgesetzt, führt der Chirurg einen Ballonkatheter unter örtlicher Betäubung über die Leistenvene ein und schiebt ihn bis zur blockierten Stelle. Dann bläst er den Ballon auf und zieht damit den Thrombus heraus. Anschließend vernäht er die geöffnete Vene mit einer Gefäßnaht.

Arztsuche

Ein Ulcus cruris erfordert in bestimmten Fällen ebenfalls eine Operation. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn das betroffene Gewebe am Bein sehr verhärtet oder extrem vernarbt ist. Der Chirurg trägt das Geschwür ab und verschließt die Wunde dann mit einem passenden Stück Haut des Patienten.

Mitunter ist auch eine Verödung an der Stelle des Geschwürs notwendig. Sie erfolgt meist mithilfe der Laser-Technologie. Beim offenen Bein ist es wichtig, nach dem chirurgischen Eingriff die vorhandene Infektion mit speziellen Wundauflagen und Medikamenten zu behandeln.

Wie eine Venenoperation abläuft

Als Venenstripping bezeichnet der Spezialist für Gefäßerkrankungen (Phlebologe) die ambulant unter Lokalanästhesie (örtlicher Betäubung) vorgenommene Entfernung eines Teilstücks der Krampfader. Der minimal-invasive Eingriff soll dabei helfen, die Funktionsfähigkeit der anderen, noch gesunden Venen zu verbessern.

Der Chirurg macht in der Leistengegend einen kleinen Schnitt und schiebt eine flexible Sonde in der erkrankten Vene so weit vor, bis er auf die Verengung stößt. Dort führt er die Sonde durch die Haut wieder heraus. Er durchtrennt die Krampfader oben und unten und zieht sie mithilfe der Sonde heraus.

Das Venenstripping kann auch mit einer Kältesonde vorgenommen werden (Kryotherapie): Die Varize friert an der Spezialsonde an und lässt sich dann unproblematisch entfernen. Sind Verbindungsvenen erweitert, zieht der Arzt sie über einen kleinen Schnitt heraus, den er genau auf der Höhe des betroffenen Blutgefäßes setzt.

Die operative Behandlung der Perforansvene und das Venenstripping sind auch in derselben Operation durchführbar.

Bei der Phlebektomie holt der Chirurg den verdickten Seitenast über einen sehr kleinen Hautschnitt mit einem chirurgischen Instrument heraus, das einer Häkelnadel ähnelt. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt und ist ebenfalls mit dem Venenstripping und anderen Techniken der Krampfaderentfernung kombinierbar.

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Auch nach dieser Operation erfolgt je nach Befund noch maximal sechs Wochen eine Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen.